Richard David Precht

Jäger, Hirten, Kritiker

Eine Utopie für die digitale Gesellschaft

 

»Die Zukunft kommt nicht – sie wird von uns gemacht! Die Frage ist nicht: Wie werden wir leben? Sondern: Wie wollen wir leben?«

Die vierte industrielle Revolution ist in vollem Gange, doch die Politik schläft. Dabei wird die Digitalisierung der Lebens- und Arbeitswelten unser gesellschaftliches Zusammenleben in einem Ausmaß verändern, das wir nur dann in den Griff bekommen, wenn wir heute die Weichen richtig stellen und unser Gesellschaftssystem konsequent verändern.

Richard David Precht skizziert das Bild einer wünschenswerten Zukunft im digitalen Zeitalter und stellt die Frage, ob das Ende der Arbeit, wie wir sie kannten, überhaupt einen Verlust darstellt. Für ihn enthält es die Chance, in Zukunft erfüllter und selbstbestimmter zu leben. Denn zu arbeiten, etwas zu gestalten, sich selbst zu verwirklichen, liegt in der Natur des Menschen. Von neun bis fünf in einem Büro zu sitzen und dafür Lohn zu bekommen nicht!

Zu arbeiten, etwas zu schaffen und zu gestalten, liegt in der Natur des Menschen. Von Neun bis Fünf in einem Büro zu sitzen und dafür Geld zu bekommen, nicht.

 Eine humane Utopie befreit den Menschen aus der Definition, ein Homo mercatorius, ein Händler sein zu müssen, der seine Arbeitsleistung gegen Geld tauscht. Vielmehr erkennt sie „Arbeit“ als das Bedürfnis sehr vieler Menschen, etwas zu tun, das ihr Leben erfüllt und Sinn stiftet. Deshalb trennt sie den Begriff der „Arbeit“ als freie Tätigkeit vom Begriff der Lohn- und Erwerbsarbeit. Seit der Antike und verstärkt seit der ersten und zweiten industriellen Revolution träumen Dichter und Denker den Traum, den Menschen von der Notwendigkeit zu befreien, unter Zwang arbeiten zu müssen. Der technische Fortschritt könnte diesen Traum im 21. Jahrhundert für sehr viele Menschen Realität werden lassen, weil intelligente Maschinen mehr und mehr Arbeit übernehmen. Der Mensch als freier Gestalter seines Lebens – diese Vision steht im Zentrum der humanen digitalen Utopie.

Ökonomische Herausforderungen bleiben oft unsichtbar, solange man sie nur als solche betrachtet. Tatsächlich sind alle wesentlichen Fragen der Ökonomie keine ökonomischen allein, sondern auch psychologische, ethische, politische und kulturelle. Und nicht schwere wirtschaftswissenschaftliche Abhandlungen, gespickt mit Zahlen und Tabellen, entscheiden über den Fortgang der Menschheitsgeschichte, es sind mithin Ideen, Bilder und Visionen, seien sie nun technischer oder gesellschaftlicher Natur.

"Prechts Entwurf einer solchen Utopie für unsere Gesellschaft basiert (wie in all seinen Büchern) auf einer umfassenden und intensiven Recherche, deren Breite und Tiefe beeindruckend ist. Beeindruckend ist auch die Sprachgewalt, mit der er diese Utopie entwickelt. … Jäger, Hirten, Kritiker ist ein wichtiger Beitrag — ja, mehr noch: ein Grundlagentext — zu einer dringend anstehenden Grundsatzdiskussion über die Zukunft in unserem Lande und in Europa."

Kulturbuchtipps.de

"Letztlich ist die Dramaturgie von Prechts Gedankengang davon bestimmt, die konkrete Forderung des Buches, nämlich die Utopie einer durch ein BGE ermöglichten Selbstfindung des Menschen ("Jagen, fischen, Viehzucht treiben, kritisieren") mit der ökonomischen Notwendigkeit einer nicht mehr an seinem Beitrag zur Wertschöpfung orientierten Form der Versorgung des Individuums zu kombinieren. … Wertschöpfungsketten werden sich von den Temporalstrukturen der Lebensformen entkoppeln, was ganz neue Anforderungen an das Institutionenarrangement der Gesellschaft stellen wird. Das dürfte das Szenario sein, das den digitalen Kapitalismus vom klassischen Industrie- und Betriebskapitalismus unterscheiden wird. Allein dies auf den Begriff gebracht zu haben ist schon ein Verdienst."

Armin Nassehi, FAZ

"Richard David Precht plädiert in diesem Buch für ein bedingungsloses Grundeinkommen. Den Titel borgt er sich bei Marx und Engels, die in „Die deutsche Ideologie“ von der „kommunistischen Gesellschaft“ träumten, „wo jeder nicht einen ausschließlichen Kreis der Tätigkeit hat, sondern sich in jedem beliebigen Zweige ausbilden kann, die Gesellschaft die allgemeine Produktion regelt und mir eben dadurch möglich macht, heute dies, morgen jenes zu tun, morgens zu jagen, nachmittags zu fischen, abends Viehzucht zu treiben, nach dem Essen zu kritisieren, wie ich gerade Lust habe, ohne je Jäger, Fischer, Hirt oder Kritiker zu werden.“ Die Digitalisierung könnte, so Precht, solche Zustände ermöglichen – würde sie von einer sich ihrer Möglichkeiten neu bewusst werdenden Politik nur richtig an die Kandare gelegt. Ein reiches Buch, das zum Widerspruch wie zum Beifall reizt."

Denis Scheck, Druckfrisch

Richard David Precht

Publizist / Autor / Philosoph


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